9 Dezember, 2016

5 Erkenntnisse, die wir auf dem diesjährigen Crowddialog gewonnen haben

Wie verändern Crowdfunding, Crowdinnovation und Crowdsourcing unsere zukünftige Arbeitswelt? Darum ging es auf dem diesjährigen Crowddialog in München am 1. Dezember. Wir waren als Medienpartner vor Ort und präsentieren Euch die 5 wichtigsten Erkenntnisse, die uns auch noch in der Zukunft beschäftigen werden. 

Von Laura Casadevall 

Crowddialog 2016
Crowddialog 2016

 

1. Die Crowd ist die Klammer 

Crowdfunding, CrowdInnovation, Crowdsourcing, Crowdinvesting, Crowdlending - all diese Bereiche sind für sich genommen eigene Betätigungsfelder in unterschiedlichen Branchen mit Chancen und Herausforderungen. Alle Formen haben Berührungspunkte mit Banking, Investment Banking, Social Entrepreneurship, Personalwesen, Marketing, Kreditgeschäft usw. Es gibt also nicht das Feld der “Crowd”, auch keine dezidierte "Crowd"-Branche, vielmehr kleine Verästelungen. Die 'Crowd' ist die Klammer für das große Ganze. Fest steht: Das Thema “Crowd” ist in den letzten Jahren einfach unfassbar umfangreich geworden. Crowdfunding steht für Ideenmanagement und Mitarbeitermotivation im Unternehmenskontext, die "Crowd" wird zu Rate gezogen im Einsatz bei Firmen wie Testbird, um Computerprogramme durch die Crowd zu testen, oder wie bei Streetspotr, um Werbetreibende zu unterstützen. An anderer Stelle ist die Crowd im Netz unterwegs, um kreative Projekte ideel oder finanziell zu unterstützen. Das spannende am CrowdDialog war, dass alle Branchen und auch Themenfelder miteinander verbunden wurden. 

 

2. Crowdsourcing goes politics

Bundesarbeitsministerin Nahles hat gerade das Weißbuch veröffentlicht. Eine Studie zum Thema Arbeit der Zukunft. Auf dem Crowddialog ging es insbesondere um die Crowdworker des Bereichs “Crowdsourcing”. Crowdsourcing-Portale wie “Testbird” vermitteln Arbeitnehmer aus der Crowd´an Unternehmen, die im Anschluss Aufgaben für das Unternehmen übernehmen. Ein guter Weg? Im Falle von Testbird testen die Crowdworker die Software und finden Fehler, die sie dann den Unternehmen melden. An sich eine spannende Bewegung, aber: Wie können faire Arbeitsmodelle und Bezahlungen gewährleistet werden? Wie sollen künftig Menschen, die über das Internet Geld verdienen, eine gerechte und angemessene Bezahlung und Abrechnung erhalten? Fallen für solche Stellen Steuern oder Rentenpflichten an? Bewegt man sich im Bereich der Scheinselbstständigkeit? Auf dem CrowdDialog konnten diese Fragen nur aufgeworfen werden. Sicher ist dennoch: Politische Entscheider beschäftigen sich bereits aktiv mit solchen Themen, mittlerweile gibt es sogar erste Gehversuche, um faire Arbeitsmodelle zu gewährleisten, wie zum Beispiel mit dem Code of Conduct. Es ist davon auszugehen, dass es in naher Zukunft weitere Handlungsempfehlungen geben wird. Und das ist auch dringend nötig! 

3. Community Management

Das ist die Königsdisziplin des Crowdmanagement. Einen interessanten Vortrag dazu hielt das Unternehmen hyve zum Schwerpunkt Online-Communities. Ergebnis war, dass lediglich 20 Prozent der angemeldeten Nutzer in einem Forum auch tatsächlich aktiv liken, kommentieren und Ideen einstellen. Allgemein geht man davon aus, dass nur 1 Prozent der Internetnutzer aktiv sind, der Rest gehört entweder zur Gruppe (5 Prozent), die interagieren (liken, kommentieren etc.), und der große Rest gehört zur Gruppe, die einfach nur zuschauen (94 Prozent). Die schwere aber wichtige Aufgabe von Community-Manager*innen ist es darum, diese 94 Prozent zu animieren, zu aktiven Gestaltern zu werden und sich einzubringen. Jede Form von “Crowd-Involvement” braucht eine aktive Community, in der sich die Nutzer austauschen können. Der Rahmen muss klar gesteckt sein. Ziele müssen transparent und einwandfrei kommuniziert werden. Nur dann kann eine Community erfolgreich werden.

 

Markus Sauerhammer von Startnext auf der Bühne beim Crowddialog 2016
Markus Sauerhammer von Startnext auf der Bühne beim Crowddialog 2016
 

4. Reward-based Crowdfunding ist Treiber für soziale Innovationen

Für den Kulturbereich und die Kreativwirtschaft ist die relevanteste Form des Crowdfundings das sogenannte Reward-based-Crowdfunding. Und sie wird es wohl bleiben. Das Crowdinvesting eignet sich dagegen nur bedingt für Kulturunternehmen, und wenn, dann für die, die als Wachstumunternehmen skalierbar sind. Reward-based-Crowdfunding wird hingegen eine große Rolle in Bezug auf soziale Innovationen zugesprochen. Die Frage ist also: Wie können Menschen noch stärker animiert werden, sozialen Wandel aktiv mitzugestalten? Wie können wir die Politik und Förderstrukturen in die richtige Richtung lenken und Crowdfunding als Treiber des sozialen Wandels anerkennen? Das waren zentrale Themen, die auch auf dem Crowddialog besprochen wurden. 

Dr. Homma von Siemens auf der Bühne beim Crowddialog 2016
Dr. Homma von Siemens auf der Bühne beim Crowddialog 2016
 

5. Crowdfunding ist in der Unternehmenswelt angekommen

Wie kann ein Unternehmen von Crowdfunding profitieren? Diese Frage hat sich Dr. Christian Homma von Siemens gestellt. Auf dem CrowdDialog präsentierte er das interne Ideenmanagement-Tool, das Mitarbeitern durch ein internes Budget die Möglichkeit gibt, sich aktiv an Änderungen in Unternehmen zu beteiligen. Diese Entwicklung ist nicht ganz neu, dass aber Innovation Unternehmen wie Siemens mit dieser Technologie erfolgreich arbeiten, zeigt, wie weit die Reichweite der Crowd miitlerweile reicht. Eine schöne Präsentation.

 

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Eindrücke vom Crowddialog 2016 findet ihr hier: 

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